Rungholts Welt
Hier finden Sie allerhand Informationen und zusätzliches
Material über Rungholts Zeit. Über Lübeck, das Mittelalter
und die Hanse.
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Lübeck Karte - Eine Stadt im Mittelalter. Lübeck zur Zeit von Rungholt. Wo wohnen seine Freunde und Rungholt eigentlich?
Links - Gute Reise durchs Web ... Mehr Informationen über das Mittelalter und die Hanse.
Glossar - Ein Begriff unklar? Vielleicht hilft das Glossar.
Lübeck - Karte ca. 1390
Wir schreiben das Jahr 1390. Das Mittelalter wendet sich langsam
seinem Ende zu.
Wakenitz und Trave treffen sich im Süden und umspülen so eine natürliche Halbinsel, die ihren einzigen Zugang im Norden hat. Hier stand einst die Burg Lübecks. Der Hafen für die Koggen befand sich im Westen.
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Links
Lübeck
holstentor.info
- Die Geschichte Lübecks per Flash-Film (sehr nett!)
kbfb
-> rundgang - Umfangreicher archäologischer Rundgang durch Lübeck.
Hot-Maps
-> Lübeck - Neuzeitlicher Stadtplan Lübecks
hhog.de
-> Lübeck touristisch - Ein kleiner Überblick über die
Geschichte, Sehenswürdigkeiten, Kultur etc. der Stadt
Das 13. Jahrhundert
ritterschaft-odenwald
- Kleidung im Mittelalter von A bis Z
ca1310 -
Das Leben um ca. 1310 - zwar in Köln, aber teils auch auf Lübeck
übertragbar. Sehr anschaulich.
Die Hanse
Susa Netz -
Susas Überblick über die hanse
bernhardkeller
- Eine sehr informative Seite zum Thema: Konflikt zwischen der deutschen Hanse
und dem Königreich Dänemark.
Insel Rungholt
boelling
- Eine gelungene Seite, die erste Einblicke in die Geschichte der versunkenen
Stadt und der Suche nach ihr gibt.
Glossar
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zum Wort zu springen.
| Ablassbrief |
Ein Schriftstück der Kirche, das dem Käufer am Gnadenschatz der Kirche teilhaben lässt. Die Teilhabe am Gnadenschatz verringert die Sündenstrafe (z.B. Tage im Fegefeuer) nach dem Tod. Mittels des Ablasses ist es möglich, nicht mehr nur durch Buße, Almosen, Walfahrten oder gemeinnützige Werke (z.B. Kreuzzug, Beitrag zum Kirchenbau) seine Sünden - bis zur Absolution - vergeben zu bekommen. |
| Abschroter |
Schmiedewerkzeug zum Abtrennen von Metall. Eine Art Meißel, der gewöhnlich in den Amboss gesteckt wird um auf ihm das Metall zu zerteilen bzw. überschüssiges Metall vom Werkstoff zu trennen. |
| Abulcasis |
Abul Qasim-Halaf ibn al Abbas az Zahrawi (im Abendland ãAbulcasisÒ genannt), 936 - 1013 n. Chr. Als Hofarzt des Kalifen von Cordoba schrieb er sein Hauptwerk die Enzyklopädie At Tasrif. U.a. beschrieb er dort schon den Gebrauch von Schwämmen zur Narkose bei chirurgische Operationen und er betont, dass die Kenntnis des menschlichen Körpers Vorraussetzung für eine gute Chirurgie ist. |
| Achterkastell |
Kastell von lat. Castellum. Aufbau achtern, also hinten am Heck der Kogge. Es bot Schutz vor dem Wetter und man konnte darin u.a. schlafen. |
| Alkoven |
Nebenraum ohne Fenster oder auch eine Nische mit Bett. Oftmals waren die Alkoven ähnlich einem Schrank, in dem sich ein Bett befand. Man konnte sie schließen. |
| Al-Tastif Liman Ajiz'an Al-Ta'lif |
Für seine Zeit - um 1000 n. Chr. - eine sehr detailreiche Medizin-Enzyklopädie, die 30 Bände umfasst, mit umfangreichem Anatomie-Teil des Gelehrten Abulcasis. Das Werk war über 300 Seiten stark und ist angeblich aus fünfzig Jahren medizinischer Praxis und Forschung heraus entstanden. |
| Aspera perpessu fiunt iucunda relatu. |
Was hart zu ertragen war, wir angenehm, wenn man (später) davon erzählt. |
| At Tasrif |
Kurze Bezeichnung des Hauptwerks Albulcasis: Al-Tastif Liman Ajiz'an Al-Ta'lif (s. dort). |
| Atours |
Frisur. Das Haar wird hörnerartig aufgesteckt und mit Haarnetz oder Bändern gehalten. |
| Aufträger |
Speziell organisierter Berufsstand, der die Aufgabe hatte, das Schlachtvieh vom Küterhof (Schlachthof) zu den Ständen der Fleischhauer zu bringen, da die Fleischhauer das Vieh nicht selbst töten durften. |
| Augentrost |
Gewächs der Sommerwurzgewächse, das u.a. gegen Augenentzündung und Halsschmerzen helfen soll. |
| Avaritia omnia vitia habet. |
Habsucht hat alle Laster in sich. |
| Bangbüx |
Bang = Angst haben, ängstlich sein; Büx = Hose. |
| Barchent |
Ein Mischgewebe aus Baumwolle und Leinen. Es ist ab ca. dem 14. Jahrhundert ist verbreitet. Besonders in Flandern und Süddeutschland entstehen große Barchentproduktionen. |
| Biikebrennen |
Traditionelles Fest vom 21. auf den 22. Februar. Mit Feuern wird die Saison des Seehandels eingeleitet. |
| Blutzehnte |
Abgabe aus der Viehzucht, bzw. Schlachtungen. |
| Broschierung |
Gold- oder Silberfäden, die mittels einer Broschierlade so in das Webgut eingearbeitet werden, dass ein Motiv innerhalb der Webfläche entsteht. Der so genannte Musterschuss verläuft bei dieser Technik nicht über die ganze Breite des Gewebes und so ist es möglich "freistehende" Motive in das Gewebe einzubringen. |
| Bruche |
Leinentuch, das man zwischen den Beinen hindurch schlang und am Gürtel befestigte. Es diente als Unterhose. Im Spätmittelalter auch bereits häufig zusammengenäht. |
| Bursprake |
Mehrmals im Jahr stattfindende Ansprache aus dem Rathausfenster ans Volk. |
| Commendist |
Eine Art privat angestellte Priester, die in den privaten Kapellen der Kaufleute beteten. Commendisten gehörten nicht zum Klerus von St. Marien. Sie beten Memorien und hielten Seelenmessen ab. |
| Dauben(-schale) |
Schale aus Holzstreifen, die durch Weidenruten gebunden sind. |
| Diözese |
Auch Bistum. Bezeichnet einen kirchlichen Verwaltungsbezirk. |
| Diptychon |
zusammenklappbare Schreibtafel (auch zweiflügeliges Altarbild). |
| Dominikaner |
1214 gegründeter Orden der später häufig während der Inquisition die Prüfung der Ketzer übernahm. Die Dominikaner verpflichteten sich der Armut. |
| Dornse |
Im Mittelalter (vor allem im niederdeutschen Sprachgebiet) ein beheizter Raum. Allgemeiner jedoch die Schreibstube an der Diele, die durch die Feuerstelle der Küche mitgeheizt wurde. |
| Ducunt volentem fata, nolentem trahunt. |
Wer sich in sein Schicksal fügt, den führt es; wer sich dagegen sträubt, den reißt es mit. |
| Dupsing |
Begriff aus der Kostümliteratur. Schwerer Ledergürtel, der über der Schecke um die Hüfte getragen wurde. Oftmals mit Emaille eingelegten Beschlägen, die Wappen o.ä. zeigten. Nicht zu verwechseln mit Dusing (Schellengürtel) und Dupfing (aufgestickter Gürtel). |
| Erbärmdebild |
Andachtsbild mit dem leidenden Christus. Jesus steht dabei nicht - wie vorher üblich - als strahlender Sieger und König da, sondern als Leidender mit dem der Gläubige mitfühlen sollte. |
| Ex facto ius oritur. |
Aus Tat entsteht Recht. |
| Feldzehnte |
Zehnter Teil als Abgabe aus Feldfrüchten (Getreide, Obst etc.). |
| Gallustinte |
Auch Eisengallustinte. Pulver der Gallapfels mit Wasser oder Bier vermengt, dazu Vitriol (Sulfat) ergab eine bekannte und brauchbare Tinte. |
| Garbreiter |
Ein eigener Berufsstand, der im Gegensatz zu den Knochenhauern nur gekochtes oder gebratenes Fleisch am Schrangen verkaufen durfte. Sozusagen die Vorform der Imbissbesitzer. |
| Giersch |
Wild wucherndes Unkraut, schwer zu bekämpfen. Auch Ziegenfuß (Aegopodium podagraria) und im Volksmund Zipperleinskraut genannt. |
| Glocke |
Umhang oft mit Kapuze - aus der Grundschnittform des Kreises. Eng verwandt mit der Heuke. Glocke von kelt. cloc. |
| Glusam |
Ein leider ausgestorbenes Wort für "mäßig erwärmt, mollig". Auch: stiller Charakter. |
| Gnippe |
Klappmesser. In einigen Gegenden galt das Tragen als unehrlich und war strengstens untersagt, da es sich um eine "heimliche" aber tödliche Waffe handelte, die man hinterlistig einsetzen konnte. |
| Grapen |
Dreibeiniger Kugeltopf aus Bronze oder Ton, der über die Herdstelle gestellt wurde. |
| Grut |
würzender Bierzusatz aus getrockneten und zerkleinerten Gewürzpflanzen (Sumpfporst, Anis, wilder Rosmarin, Wacholder, Kümmel, Gagel usw.) nach geheimer Rezeptur. Einige Zutaten waren giftig. Bilsenkraut bildet zum Beispiel im Brauprozess Halluzinogene. Wahrscheinlich kam durch die Grut auch die Hefe ins Bier. Die Grut wurde durch das Brauen mit Hopfen verdrängt. |
| Grutrecht |
Das Recht eine eigene "Gewürzmischung" für sein Bier herstellen zu dürfen und sie nicht vom Gruter beziehen zu müssen. Da die Zutaten der Grut geheimgehalten wurden, war eine Besteuerung auch des Brauens im Haushalt möglich, denn ohne Grut konnte niemand brauen. Das Recht, die Grut zu mischen und herzustellen, war ein einträgliches Privileg. Es wurde durch das Brauen mit Hopfen bedroht, weswegen vielerorts Hopfenbiere zeitweise verboten wurden. |
| Gugel |
Standesübergreifende Kapuze mit angesetztem Kragen. Diverse Ausführungen und Trageformen. So konnte sie auch mit Öffnung fürs Gesicht turbanähnlich um den Kopf gebunden werden. |
| Gulden Stuckh |
Mittelalterliche Bezeichnung für u. a. Brokat (Stoff mit eingearbeiteten, kostbaren Metallfäden). |
| Heuke |
mantelartiger Umhang ohne €rmel. Die Heuke besteht meist aus Wolle, kann auch gefüttert werden oder eine Kapuze haben. |
| Horen |
Stundengebete. Da die Stunden nach der Sonne gemessen wurden, variierte ihre Dauer von Sommer zu Winterzeit. Im Winter waren die Stunden kürzer als im Sommer. Man kann sie nur bedingt mit Uhrzeiten gleichsetzen, aber um einen ungefähren †berblick zu bekommen: Prim - Beginn der Morgendämmerung Laudes (6:00Uhr) Terz (9:00Uhr) Sext (12:00Uhr) Non (15:00Uhr) Vesper (18:00Uhr) Komplet (21:00Uhr) Matutin (24:00Uhr) |
| Hudejunge |
Hütejunge - Ein Junge, der Tiere in den Wald treibt, damit sie dort fressen können. |
| In aeternum. In facies caelestis. |
In Ewigkeit. In göttlicher Form. |
| Incubus |
Ein Dämon, der Albträume verursacht. Ein männlicher Alb aus der jüdischen und christlichen Mythologie, der schlafenden Frauen die Lebensenergie stiehlt, indem er heimlich mit ihnen kopuliert. |
| Inritabis crabrones |
Du stichst in ein Wespennest. |
| Judika |
Der Sonntag 14 Tage vor Ostern. Fünfter Sonntag in der Passionszeit. auch schwarzer Sonntag genannt. |
| Klafter |
Alte Maßeinheit. Sowohl Hohl- als auch Längenmaß. Ein Klafter entspricht in etwa 1,8 Metern. Die Breite ausgestreckter Arme eines erwachsenen Mannes. |
| Klosterstein |
Backsteinformat. Zum Beginn des 13. Jahrhunderts wurden die Backsteine größer und auch einheitlicher, was an der Verwendung von Holzkästen für den Lehm der Backsteine lag. Ein gängiges Format für die Kästen war: Ein Fuß lang, einen halben breit und einen drittel Fuß hoch. Diese großen Backsteine der Spätromantik und Gotik nennt man Klostersteine. |
| Knochenhaueraufstand |
1384 kam es in Lübeck zu Aufständen von 60 Handwerkern, darunter eine Vielzahl Knochenhauer. Unter Anführung des Kaufmanns Paternostermaker verlangten die Handwerker mehr Mitspracherecht im Rat. Die Aufständischen wurden verraten und das Knochenhauer-Amt geschlossen. Erst einige Jahre später wurde es wieder zugelassen. |
| Kogge |
Einmaster mit Rahsegel und Achternkastell zu Rungholts Zeit auch immer häufiger mit Bugkastell. Unterhalb der Mastspitze befindet sich ein Ausguck, das Krähennest. Koggen waren bis zum Ende des 14. Jahrhunderts der wichtigste größere Schiffstyp der Hanse. Sie wurden dann vom Holk verdrängt. |
| Komplet |
Stunde zum Tagesabschluss. Ca. 21 Uhr - s. Horen. |
| Komtur |
In geistlichen Ritterorden der Verwalter einer Komturei. Er verwaltet auch als Statthalter für den Hochmeister die Güter des Ordens. Der Komtur ist dem Landkomtur unterstellt. |
| Komturei |
Kleinste Verwaltungseinheit des Hoheitsgebiets u. a. des Deutschritter Ordens (Kloster, Burg etc.). Mehrere Komtureien (auch Kommenden) bilden eine "Ballei" und werden von einem Landkomtur verwaltet. |
| Konzilien von Nicäa |
Das Bekenntnis der Konzilien von Nicäa (325) und Konstantinopel (381) einen die gesamte Christenheit, da diese Glaubensbekenntnisse auch von der orthodoxen Kirchen anerkannt wird. Die Aussage der Konzilien sind sozusagen das Urbekenntnis des christlichen Glaubens, der kleinste gemeinsame Nenner aller christlichen Richtungen. |
| Kraxen |
Gestell, das wie ein Rucksack auf den Rücken getragen wurde. Zum Tragen von Lasten. |
| Laetare |
Sonntag in der Mitte der Fastenzeit. Auch Mittfasten oder Rosensonntag genannt. Der Tag hat etwas tröstliches, da er auf die nahende Erlösung am Kreuz hinweist. |
| Lastadie |
Alte Bezeichnung für Werft. |
| liber judicii |
Gesetzbuch. |
| Litte |
Verkaufsstand, Bude. Der Rat verfügte über die Zuteilung der Litten bei Bäcker und Knochenhauer. (Andere Zünfte waren vom Marktzwang befreit). Nur ein Meister durfte eine Litte haben, die Anzahl war begrenzt. Die Litten wurden jährlich von der Zunft unter Aufsicht der Kämmereiherrn unter den Meistern verlost. Jeder Meister musste hierzu eine Mark und 6 Pfennige "Latelgeld" entrichten. |
| Matutin |
s. Horen. |
| Medwed |
Russisch für Bär. |
| Mors misera non est, aditus ad mortem est miser. |
Tod ist kein Elend, elend ist der Weg zu ihm. |
| Neuntöter |
Lanius collurio - oder auch Dorndreher genannt. Singvogel, der sich dadurch auszeichnet, dass er seine Beute auf Dornen spießt. Er gehört zur Ordnung der Sperlingsvögel. |
| Nihil quo stat loco stabit, omnia sternet abducetque secum vetustas. |
Nichts wird da stehen bleiben, wo es jetzt steht, alles wird das Alter niederstürzen und mit sich fortreißen. |
| Nikolaus von Myra |
Der heilige Nikolaus. Auf ihn geht unser Weihnachtsfest zurück. Er gilt als Helfer in sehr vielen Lebenslagen und Schwierigkeiten, ist Patron von Kindern, Jungfrauen, Mädchen und alter Menschen und beinahe aller Berufs- und Menschengruppen. U.a. der Diebe und Verbrecher. |
| Non |
s. Horen. |
| Paternostermaker |
Bernsteindreher. Bernstein wurde häufig zu Rosenkränzen (Paternoster) verarbeitet – daher "Paternoster-Maker". |
| Peinliche Befragung |
Verhör unter Anwendung der Folter. Wurde durch den Fon und seine Männer ausgeführt. In Lübeck gab es verhältnismäßig wenige Folterungen. |
| Petschaft |
Stempel mit Wappen, Schriftzug oder Bild zum Siegeln. |
| Pfünder |
u. a. Abwäger an der Stadtwaage |
| Prahm |
Kleines, flaches Schiff. Meist als Fähre eingesetzt, um Material zu transportieren. Brachte häufig Handelswaren von den Koggen in den Hafen, wenn die großen Koggen nicht anlanden konnten. |
| Prim |
s. Horen. |
| Prima et maxima peccantium poena est pecasse. |
Die erste und schwerste Strafe für den Sünder ist, dass er gesündigt hat. |
| Quent (auch Quint od. Quentchen) |
Altes Gewichtsmaß. 1/4 Lot sind ein Quent. Dies entspricht ca. 3,7 bis 4,3 Gramm. |
| Qui fert malis auxilium, post tempus dolet. |
Wer Bösen hilft, büßt es bald durch Leid. |
| Riddere |
Ritter (eigentlich ein Adelstitel) – In Lübeck die Leibwache des Rates. |
| Rigor mortis |
Ist die Leichenstarre, die nach dem Ableben durch Erstarrung der Muskulatur auftritt. |
| Ronne |
Bis zu 11 m lange, U-förmige Rinne mit aufgenageltem Deckel. Wurde als Wasserrohr benutzt und unter der Strasse verlegt. |
| Rothbier |
Starkes Bier - ungefähr unserem heutigen Bier im Alkoholgehalt vergleichbar. Rothbier wurde in Lübeck rein für den Export gebraut. |
| Rychtevoghede |
Der Richteherr. Eine frühe Berufsart von mittelalterlichem Rechtsprecher. In Lübeck hießen diese Herren Vögte, obwohl sie keiner Feudalherrschaft angehörten. |
| Salunenmaker |
Tuchmacher. Im Gegensatz zum Schneider war es den Salunenmakern untersagt, die Stoffe zu zerschneiden. |
| Salus publica suprema lex esto! |
Das öffentliche Wohl soll das oberste Gesetz sein! |
| Sapientia prima stultitia carere. |
Anfang der Weisheit: Kein Narr sein. |
| Schecke |
Kurze Jacke für Männer. Ende 14 Jh. war es Mode, sie sehr eng anliegend zu tragen. Sie betonte die Taille und war ein extravagantes Kleidungsstück für Hof und Bürger. Knopfverschluss. |
| Schiffspfund |
In Lübeck ca. 128 Kilogramm. |
| Schrangen |
In Lübeck ein schmaler Platz, eine offene Gasse nahe des Rathauses in der sich die Verkaufsstände der Fleischhauer befanden. |
| Secundae cogitationes meliores |
Die zweiten Gedanken sind die besseren. |
| Sext |
s. Horen. |
| Stübchen |
Altes Hohlmass für Flüssigkeiten. In Lübeck entsprach ein Stübchen ca. 3,5 Liter. Maßeinheiten schwankten stark über die Jahrhunderte und Herrschaftsbereiche. |
| Südervorhalle |
Südlicher Bereich zwischen Lettner und Bürgermeisterkapelle in St. Marien, der für die Novgorodfahrer vorgesehen war. |
| Sudpfanne |
Bis zum Sieden wird in der Sud- oder Würzepfanne die Würze gekocht, wobei Hopfen zugegeben und mitgekocht wird. |
| Suppedaneum |
Fußstütze. Brettchen, das unten ans Kreuz genagelt wurde, um die Füße des Delinquenten zu stützen. |
| Surkot |
Gewand für Frau und später auch für Männer. Surcot bedeutet "über der Cotte". Ab ca. 13. Jhd statt €rmel nur noch Löcher, die sich bei der Frau zu Teufelsfenstern ausweiten. Unter dem Surkot trug die Frau Untergewänder und umging so das Verbot der Kirche, eng anliegenden Kleidung zu tragen. |
| Tappert |
Langes Obergewand für Männer meist ärmellos. Reichte bis zum Knie oder zum Knöchel herab. |
| Tassel |
Paarig angeordnete Scheibenfibeln, die mit einer Kette oder einer Kordel verbunden wurden. Mit Hilfe der Tassel konnten Mäntel und Umhänge zusammengehalten werden. |
| Thing |
Ursprünglich eine Volksversammlung unter Vorsitz des Herrschenden. Später Zusammenkunft für Rechtsprechungen. Der Thing musste an einem öffentlichen, Ort unter freiem Himmel abgehalten werden und bis zum Sonnenuntergang beendet sein. |
| Tonsur |
Kreisförmig abgeschorene Stelle des Haares auf dem Scheitel. Haarschnitt als Ehrenzeichen des katholischen Priesterstandes. |
| Treideln |
Bezeichnet das Ziehen eines Schiffes vom Ufer aus. Meist per Hand oder per Pferd. |
| Trinitatis |
Kirchenfesttag am ersten Sonntag nach Pfingsten - auch Frommtag genannt -, der der Verehrung der Heiligen Dreifaltigkeit gewidmet ist. |
| Trippe |
Sohle aus Holz zum Unterschnallen, damit der Schuh vor Dreck geschützt ist. |
| Varrecht |
Ein rechtliches Verfahren, das darin bestand, im Angesicht des Getöteten das "peinliche Gericht zu erheben" – also die allgemeine Klageerhebung wegen Mordes auszusprechen. (Auch Barrecht, peinliches Goding, Notrecht genannt.) Das Varrecht fand Anwendung bei der Auffindung Ermordeter, tödlich verunglückter und Selbstmörder. |
| Vitalienbrüder |
So genannt die Seeräuber der Nord- und Ostsee. Die Herkunft des Wortes ist umstritten. |
| Vivat, crescat, floreat |
Es lebe, blühe und wachse! |
| Weißbier |
Preiswertes Bier - Pfennigbier -, das für die Lübecker gebraut wurde und sich wegen des geringen Alkoholgehalts nicht gut für den Export anbot (bzw. nicht exportiert werden durfte). |
| Witten |
Silbermünze, mit dem Wert von 4 Pfennigen. Auch "Vierfach-Pfennig" genannt. Die Quellen sind widersprüchlich, aber für einen Witten konnte man in Schleswig Holstein um 1400 ca. 50 Eier kaufen. |
| Wittum |
Das Gut (Geldbetrag, Mobiliar), das eine Witwe bei Ableben ihres Mannes erhielt. Es war meist im Vorhinein festgeschrieben und diente der Witwe zur Altersversorgung. |